Mitverantwortung zählt

Pfarreiwerdungsprozesse

Im Bistum Limburg gibt es angesichts der großen Ungleichzeitigkeit beim Prozess der Zusammenlegungen zu "Pfarreien neuen Typs" ganz unterschiedliche Situationen. Zum Jahreswechsel 2014/15 sind etwa die Hälfte der "Pfarreien neuen Typs" errichtet.

In den Bezirken Main-Taunus und in Frankfurt steht eine Entscheidung über die künftigen Pfarreigrenzen noch aus. Einige der Pastoralen Räume dort und in den übrigen Bezirken werden während der 13. Amtszeit zu Pfarreien neuen Typs, andere erst später. In diesen Pfarreien und Pastoralen Räumen werden die vielen konkreten Fragen der Pfarreiwerdung und der künftigen Strukturen im Mittelpunkt stehen. Möglicherweise können auch erste Schritte des Zusammenwachsens gegangen werden.

Dort, wo Pfarreien neuen Typs bereits errichtet sind oder zum 1.1.2016 errichtet werden, müssen die neuen Strukturen mit Leben gefüllt werden. Es gilt, den neuen Pfarreien ein Gesicht zu geben, die in den Gründungsvereinbarungen besprochenen Schritte zu gehen und die neuen Strukturen im Alltag zu erproben. Gegenseitiges Kennenlernen und die Erstellung eines gemeinsamen Pastoralkonzeptes sind Aufgaben, die in der kommenden Amtszeit eine Rolle spielen können.

Dabei gilt der Grundsatz: Die größere Pfarrei wird keine Zentralpfarrei sein. Man kann sie verstehen als einen größeren Raum gemeinsamer Verantwortung. Nähe vor Ort ist unabdingbar, um den Glauben zu leben und erfahrbar zu machen. Ob es beispielsweise sinnvoll ist, zur Gestaltung des kirchlichen Lebens vor Ort Ortsausschüsse gemäß Synodalordnung zu bilden oder ob andere Formen besser geeignet sind, Menschen für die Übernahme von Verantwortung für das kirchliche Leben vor Ort zu motivieren, werden die Pfarrgemeinderäte und Pastoralausschüsse situationsbezogen bedenken müssen. Ob ein zentrales Pfarrbüro durch Präsenzstunden an mehreren Kirchorten am besten erreichbar ist oder durch großzügige Öffnungszeiten im Pfarrort muss vor Ort entschieden werden. Welche Verwaltungsaufgaben anstehen und wie sie, unter Einbezug der Unterstützung eines Navigators aus dem Rentamt, gut aufgeteilt werden können, gehört ebenfalls zu den anstehenden Entscheidungen.

Die bestehenden Pastoralausschüsse und Pfarrgemeinderäte bzw. die Pfarrgemeinderäte und Ortsausschüsse in den "Pfarreien neuen Typs" werden auch in der nächsten Amtszeit wichtige Knotenpunkte in einem Netzwerk des kirchlichen Lebens im Pastoralen Raum oder in den neuen Pfarreien bilden. Kommunikation– innerhalb der Gemeinde und über die Gemeindegrenzen hinweg – ist dabei von hoher Bedeutung. Gerade daraus ergeben sich, wie inzwischen viele erfahren konnten, neue Perspektiven, neue Ideen, neue Chancen zur Umsetzung guter Ideen und oft eine neue gegenseitige Bestärkung.

"Willkommenskultur für Flüchtlinge"

Wegen Krieg, Vertreibung und Not verlassen tausende Menschen ihre Heimat, sie fliehen nach Europa und Deutschland. Seit dem vergangenen Jahr setzt sich das Bistum Limburg verstärkt für Flüchtlinge und Asylbewerber/innen ein. In einigen Pfarreien gibt es schon lange eine Tradition, Flüchtlingen zu helfen und so Willkommen zu heißen. Angesichts ansteigender Flüchtlingsströme, großer Hilfsbereitschaft vor Ort, aber auch Ängsten der Bevölkerung und Bewegungen wie Pegida wird ein weiterer Schwerpunkt der nächsten Amtszeit voraussichtlich der Einsatz für eine "Willkommenskultur für Flüchtlinge" sein.