Mitverantwortung zählt

Häufige Fragen

Pfarrgemeinderat - wie setzt er sich zusammen?

Um Pfarrgemeinderat zu werden, gibt es drei Wege:

  • Pfarrgemeinderat zu sein ist ein Wahlamt. Die Mitglieder des Pfarrgemeinderates werden von den Mitgliedern der Gemeinde in geheimer und direkter Wahl gewählt. Im Bistum Fulda finden die Pfarrgemeinderatswahlen am 7. und 8. November 2015 statt.
  • Der Pfarrgemeinderat hat die Möglichkeit, weitere Mitglieder hinzu zu berufen. Dies geschieht auf der konstituierenden Sitzung nach erfolgter Wahl und ist gedacht für Gruppen (Jugendliche, junge Eltern …) die bei der Arbeit des Pfarrgemeinderates besondere Berücksichtigung finden sollen. Der Pfarrgemeinderat kann bis zu max. einem Drittel der gewählten Mitglieder hinzu berufen.
  • Selbstverständlich sind die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge der Pfarrgemeinde kraft Amtes Mitglieder im Pfarrgemeinderat.

Kandidatin / Kandidat – Wie werde ich das?

Melden Sie sich einfach bei Ihrem Pfarrgemeinderat. Selbstverständlich braucht alles seine Form. Der Pfarrgemeinderat wird Ihnen ein Formular vorlegen, in dem Sie Ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklären. Einfach ausfüllen und Sie sind Kandidatin / Kandidat. Wichtig ist es, in jedem Pfarrgemeinderat engagierte Menschen mit guten Ideen zu finden. Fühlen Sie sich angesprochen?

Briefwahl - Gibt’s das auch in der Kirche?

Selbstverständlich ist Briefwahl möglich. Sie können Briefwahlunterlagen bei Ihrem zuständigen Pfarrbüro schriftlich anfordern oder in den letzten 3 Wochen (20. Tag bis vorletzter Tag) vor der Wahl persönlich abholen.

Familienwahlrecht – Was ist das?

Auch Kinder haben im Bistum Fulda ein Wahlrecht - das Familienwahlrecht. Es dient dazu, dass Familien gemäß der Zahl ihrer Kinder Stimmen erhalten und so den Wahlausgang stärker beeinflussen können. Jugendliche ab 16 Jahren sind selbst stimmberechtigt. Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren werden durch ihre Eltern vertreten.

Familienwahlrecht – Was soll das?

Das Familienwahlrecht will den Einfluss von Kindern, Jugendlichen und Familien in unserer Kirche stärken. Deshalb hat jedes getaufte Kind bei der Pfarrgemeinderatswahl eine eigene Stimme. Die Stimme darf abgeben, wer sorgeberechtigt und selbst stimmberechtigt ist. Im Idealfall üben die Eltern das Familienwahlrecht gemeinsam aus, indem sie sich vor der Wahl einigen, wer zusätzlich noch für das Kind / die Kinder die Stimme abgibt. Davor sollte im Kreise der Familie besprochen werden, welche Kandidaten/innen auch im Interesse der Kinder gewählt werden sollen. In anderen Fällen wählt die Mutter für das 1., 3., 5., ..., der Vater für das 2., 4., 6., … Kind.

Muss es bestimmte Sachausschüsse geben, etwa für Liturgie oder Caritas?

Nein.

Können in Sachausschüssen auch Mitglieder von außerhalb mitmachen?

Wenn es in einem Pfarrgemeinderat in einem guten Sinne um Meinungsbildung geht, bleibt die Frage, wer die Arbeit in einer Pfarrei macht. Einen Sachausschuss zu bilden ist sicherlich eine mögliche Lösung. Eine Mitarbeit in Sachbereichsgremien oder anderen vom Pfarrgemeinderat benützten Formen der Zusammenarbeit ist wünschenswert. Im Sinne der Ökumene ist dies sogar begrüßenswert. Da die Sitzungen des Pfarrgemeinderates öffentlich sind, können nicht-katholische Christen an diesen Sitzungen als Gäste teilnehmen. Inwiefern Gäste in die Diskussion einbezogen werden, obliegt der Entscheidung des Pfarrgemeinderates.

Dürfen wiederverheiratete Geschiedene oder dauerhaft Geschiedene Mitglieder im PGR sein?

Gemäß § 1, Abs. 5 der Satzung für die Pfarrgemeinderäte in der Diözese Fulda ist zum Pfarrgemeinderat wählbar: (1) wer katholisch ist; (2) in der Ausübung der allgemeinen kirchlichen Gliedschaftsrechte nicht behindert ist; (3) das 16. Lebensjahr vollendet hat und (4) in der Pfarrgemeinde wohnt.
Eine Behinderung in der Ausübung der allgemeinen kirchlichen Gliedschaftsrechte ist gegeben, wenn jemand öffentlich den katholischen Glauben aufgegeben hat oder sich von der kirchlichen Gemeinschaft abgewandt hat (z.B. Kirchenaustritt; vgl. hierzu Dekret der Deutschen Bischofskonferenz zum Kirchenaustritt vom 24. September 2012, Ziffer II.1) oder durch Verhängung bzw. Feststellung der Exkommunikation bestraft ist. Auf Geschiedene oder wiederverheiratete Geschiedene trifft davon nichts zu. Wiederverheiratet Geschiedene sind nicht, wie man fälschlicherweise leider immer noch aus manchen Äußerungen hören kann, exkommuniziert. Zusammenfassend bleibt für das Vorgehen in der Diözese Fulda festzuhalten: Geschiedene können in jedem Fall zum Pfarrgemeinderat kandidieren. Wiederverheiratet Geschiedene können in der Regel zum Pfarrgemeinderat kandidieren. Sollten diesbezüglich für den mit Prüfung der Wählbarkeit der auf den Wahlvorschlägen genannten Kandidaten betrauten Vorstand des Pfarrgemeinderates (vgl. §3 WO PGR) Zweifel hinsichtlich der Auslegung der in § 1, Abs. 5 Sz PGR genannten Kriterien aufkommen, ist es angeraten, zum Zwecke der Beratung im Vorfeld Kontakt mit der Stabsstelle Kirchenrecht im Bischöflichen Generalvikariat aufzunehmen.
Aus bisherigen Erfahrungen im Blick auf die wiederverheiratet Geschiedenen ist folgendes anzumerken: diejenigen, die bereit sind, für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren, sind christlich engagierte Menschen, die sich nach Kräften darum bemühen, die zweite zivile Ehe aus dem Glauben zu leben, ihre Kinder im Glauben zu begleiten und zu erziehen sowie auf vielfältige Weise am Leben der Pfarrgemeinde aktiv teilnehmen.

Kann ein Hauptamtlicher, der qua Amt Mitglied im PGR ist, auf diese Mitgliedschaft verzichten?

Nein.

Wer darf den PGR wählen, wer gewählt werden?

In unserer Diözese gilt das Familienwahlrecht. Das bedeutet, dass grundsätzlich alle Katholiken ihr Wahlrecht ausüben können. Bei Kindern bis zum Alter von 16 Jahren üben die Eltern das Wahlrecht für ihre Kinder aus. Gewählt werden können alle Katholiken ab 16 Jahren. Wenn jemand in einer anderen Pfarrei wohnt, kann er sich trotzdem formlos für die Kandidatur bewerben. Der Pfarrgemeinderat entscheidet.

Was passiert, wenn es in einer Pfarrgemeinde zu wenige Kandidaten gibt?

Der Pfarrgemeinderat sollte realistisch abschätzen, wie groß die Chancen sind, Engagierte in der Pfarrei zu finden. Ich denke, dass hier die Möglichkeiten nicht ausgenutzt werden. Wenn es zum Beispiel darum geht, dass Familien oder Jugendliche im Pfarrgemeinderat vertreten sind, dass die Verbände und Vereine im Ort sich einbringen oder dass die Besuchsdienste eine Vertreterin oder einen Vertreter im Pfarrgemeinderat stellen wollen. Die Größe des PGR kann durch den amtierenden Pfarrgemeinderat verändert werden. Das ist zum einen durch § 3, Abs. 3 der Satzung für die Pfarrgemeinderäte in der Diözese Fulda (=Sz PGR) festgelegt. In Gemeinden bis zu 1000 Katholiken gehören 6 bis 9, in Gemeinden bis zu 3000 Katholiken 7 bis 12 und Gemeinden über 3000 Katholiken 9 bis 15 gewählte Mitglieder dem Pfarrgemeinderat an.
Zum andern muss gemäß § 3, Abs. 4 Sz PGR der amtierende bzw. „alte“ Pfarrgemeinderat bis zum 1. Juli des Jahres, in dem allgemein die Pfarrgemeinderatswahlen stattfinden, die genaue Zahl der zu wählenden Mitglieder im Rahmen des § 3, Abs. 3 Sz PGR festlegen. Wird ein entsprechender Beschluss nicht gefasst, bleibt es bei der Zahl der bisherigen Mitglieder des Pfarrgemeinderates. Hinsichtlich der Zahl der hinzu zu wählenden Mitglieder ist gemäß § 3, Abs. 5 zu berücksichtigen, dass ihre Zahl in der Regel ein Drittel der gewählten Mitglieder nicht übersteigen soll. Beschließt der Pfarrgemeinderat, weitere Mitglieder hinzu zu wählen, so soll er auf die Aufgabenbereiche des Pfarrgemeinderates und auf eine ausgewogene Repräsentation der gesamten Pfarrei achten (Verbände, Gruppen, Einrichtungen, sachverständige Gemeindemitglieder, Wohnbezirke, Filialgemeinden).

Satzung / Wahlordnung für Pfarrgemeinderäte – wo finde ich die?

Es geht nicht ohne rechtliche Grundlagen. Sie können sich die Satzung / Wahlordnung hier herunterladen.


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    Satzung und Wahlordnung für Pfarrgemeinderäte im Bistum Fulda

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